Fiona de Voine
06.11.2015
Sonnata
Kommentare: 5
Leise klapperten ihre Zähne aufeinander. Sie fror entsetzlich, obwohl Schweißperlen auf ihrer Stirn standen. Das Fieber hielt Fiona unerbittlich in seinem Griff.
Benedikte tupfte ihre Stirn mit einem feuchten Tuch ab und sah nach den im Feuer erwärmten Steinen, die sie Fiona unter die Decke gelegt hatte. Mehr konnte sie im Moment nicht tun. Fiona blinzelte, schaute sie aus glasigen Augen an und versuchte, zu sprechen.
"... ihn... mir. Gib ihn mir... Tante.. gib ihn mir.. meinen Jungen..."
Sie streckte die Hand aus und griff nach Benediktes Ärmel, zog sich daran ein Stück hoch. Benedikte wandte sich ab und schaut auf etwas, das sich Fionas Blicken entzog. Der Ausdruck, mit dem sie sich Fiona wieder zuwandte, wirkte kalt und abweisend, bis sie sich herunterbeugte und beschwichtigend murmelte:
"Es geht nicht. Hab noch etwas Geduld, mein Kleines, die Amme füttert ihn gerade."
Erschöpft ließ Fiona sich wieder in die strohgefüllten Kissen zurück fallen.
Sie war so müde!
Seit fast einem Jahr waren sie nun auf der Flucht, immer unterwegs von Versteck zu Versteck. Von einem Verbündeten zum nächsten wurden sie weitergereicht und deren stolze Freude, etwas zu tun um ihnen zu helfen, wich stets der Erleichterung wenn sie weiter zogen. In jener dunklen stürmischen Nacht, als Nolan Trevelyan zum Herzog von Weiden ausgerufen wurde, nach dem Gottesurteil über Cara Carnaby und der anschließenden Befreiung der belagerten Burg und der Familie Carnaby, in der Nacht, in der sie selbst mit Rowan Trevelyan verheiratet wurde, hatte Benedikte es fertig gebracht, aus dem Kerker zu entkommen und anschließend Fiona aus der kleinen Kammer zu befreien, in der Rowan zuvor mit ihr die Ehe vollzogen hatte.
Die beiden Frauen waren geflohen und seither an keinem Ort lange geblieben. Jäger und Söldner wurden nach ihnen ausgeschickt und mehrmals waren sie nur um Haaresbreite unentdeckt geblieben.
Die Gerüchte über Fionas Schwangerschaft und Geburt eines Erben mischten sich mit Lügen und Wahrheiten. Ciaran Trevelyan war inzwischen König von Albernia, während Fionan in Hügeltrutz verweilte. Die Kaiserin Mutter hockte in ihrem Palast in Gareth wie eine Spinne, wachte eifersüchtig über ihren Sohn und beide zogen sich immer mehr zurück. Man munkelte über rätselhafte Todesfälle, die all jene betrafen, die einst dem alten Kaiser nahe gestanden hatten. Von Zufall war keine Rede mehr. Und dennoch schien sich der Adel nur oberflächlich vor ihr zu verneigen. Das höfliche Lächeln, das man ihr zeigte, war kalt und erstarb sobald ihr Blick vorüber war.
Man sagte auch Nolan Trevelyan strebe die Königswürde für Weiden an und böte dem Rest seiner Familie die Stirn. Das ganze Land war in Unruhe.
Fiona wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Benedikte sie sachte an der Schulter berührte.
"Du mußt wieder zu Kräften kommen, mein Kind. Du mußt essen." sie hielt ihr einen Löffel Eintopf hin und Fiona kämpfte ihre Appetitlosigkeit und ihre Übelkeit nieder und aß.
Benedikte gab erst Ruhe, als sie eine kleine Schüssel geleert hatte.
Ihr Magen rebellierte, aber Benedikte lobte sie zufrieden, erhob sich lächelnd und ließ sich von der Amme den Säugling geben.
Fiona streckte die Arme nach dem Kind aus, das hoch oben in Benediktes Armen lag, die immernoch neben dem Bett stand. Doch sie reichte es nicht herunter.
Fionas Arme erschlafften plötzlich. Etwas wütete in ihrem Inneren, wand sich wie feurige Klingen durch ihren Leib und sie krümmte sich, drückte die Hände auf den schmerzenden Leib.
Benedikte beobachtete sie kalt. "Mach dir keine Sorgen um ihn, mein Kind. Er wird es gut haben. Er wird einmal Kaiser sein. In ihm mischt sich das Blut einer kaiserlichen Linie mit dem Ehrgeiz von werdenden Königen. Das Volk wird zu ihm aufblicken können und wird ihn lieben. Meine Gebete wurden doch erhört. Leider warst du es, die ich damals mitnehmen konnte. Wie oft habe ich die Götter verflucht, daß sie mir nicht ermöglicht haben, einen deiner Brüder zu retten. Einen echten Stammhalter. Aber jetzt sieh nur! Könnte das Haus Trevelyan wirklich widerstehen, einen der ihren auf den Thron zu setzen?
Dein Sohn hat so viel mehr zu bieten, als du oder deine Brüder. Du hast mir von Anfang an Sorgen bereitet. Aber du hast deine Aufgabe erfüllt. Ich bin zufrieden mit dir, mein Kind. Mögen die Götter deiner Seele gnädig sein."
Damit drehte sie sich um und verließ die Kammer, gefolgt von der Amme, die sich das Gepäck auf den Rücken lud und eilig folgte, ohne Fiona anzusehen, als sie die Tür von außen schloss.
06.11.2015 23:00
Benedikte ist böse! Passiert denn Fiona nichts Gutes in der Welt?
06.11.2015 23:00
Alter, diese verdammte Hure von einer Tante. Die mach ich voll platt! Fiona nichts wert? *ragemode*
06.11.2015 23:11
Benedikte hält sich an ein paar der Regeln, denen alle Bösewichte folgen müssen:
- Töte die Helden langsam und geh weg, bevor sie tot sind
- Erkläre den Helden deine Pläne

;)
07.11.2015 09:26
Hürrk! True dat!
Na dann kann ja jemand kommen und Fiona in der different different version noch heldenhaft retten kommen.
09.11.2015 08:54
Na hoffentlich! Arme Fiona :/
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