Rudy Fellini
16.10.2015
Sonnata
Kommentare: 5
Sie war immernoch da drin. Allein mit dem Ripper. Sie brauchte Hilfe. Und zwar jetzt.
Rudy schaute von der Seite zu dem einen verbliebenen Ganger herüber, der mit ihm zusammen die Tür bewachte und versuchte, ihn einzuschätzen.
Jemand mit Roaches Fähigkeiten wäre jetzt nützlich. Er tauchte in sich hinein und suchte nach dieser Kraft, die ihn in der letzten Zeit ein paar Mal überrascht hatte.
Sie war definitiv da gewesen, als er Frankie den kleinen Finger abgeschnitten hatte.  Er hatte sich gewünscht, es Frankie leichter machen zu können und er hatte ganz genau gewußt, daß es auch so passieren würde.
Wenn er jetzt daran dachte, diesen Ganger auszuschalten, dann war allerdings von dieser Gewißheit nichtmal ein Echo zu spüren. Er sollte sich lieber auf seine Kanone verlassen.
Er hatte erst einmal auf einen anderen Menschen geschossen, im Cal's und Val's. Kaum zu glauben, wie wenig Zeit seitdem verstrichen war. Er hatte nicht einmal getroffen.
Er wünschte sich, Lexi wäre hier. Sie hatte Cube erschossen ohne mit der Wimper zu zucken. Sie hatte ihnen beiden den Arsch gerettet.
Ohne mit der Wimper zu zucken? Sie hatte schon verändert gewirkt. In sich gekehrt, beinahe abweisend. Diese Vorfälle schienen sie ebenfalls zu beschäftigen, dabei hatte Rudy immer vermutet, daß sie solche Situationen in ihrem Beruf andauernd erlebte. Das war das, was man in all den Filmen und Serien immer sah, wenn es um Sicherheitsleute ging, also war es vermutlich totaler Quatsch.
Und er selbst? Verwirrenderweise hatte es Spaß gemacht, sich in "Adam" zu verwandeln, bis es dann immer ernster und anstrengender geworden war. Nachdenklich schaute Rudy auf seine Hände. Die linke lebendige und die rechte künstliche. Sein kybernetischer Arm verhielt sich inzwischen genauso wie der echte. Vielleicht war er sogar etwas geschickter.
Es schien, als käme das leblose Material sogar besser mit den neuen Anforderungen zurecht als Rudy. Es war die künstliche Hand, die die Pistole in der Bar abgefeuert hatte. Und sie hatte auch das Messer geführt. Mit leisem Erstaunen stellte Rudy fest, daß das synthetische Material genauso warm war wie sein echter Arm. Es gehörte bereits untrennbar zu ihm, kein Zweifel.
Sein Leben änderte sich in letzter Zeit in schwindelerregender Schnelligkeit. Es kam ihm vor, als wären Jahrhunderte vergangen, seit Gipsy ihn nach der Operation im Krankenhaus besucht hatte. Der Besucher-Ausweis, der an ihrem Kragen befestigt war und auf dem ihr richtiger Name geschrieben stand, gab dem Besuch einen schrecklich förmlichen Anstrich.  Sie hatte seinen kybernetischen Arm bewundert.
"Du brauchst ein Tattoo." hatte sie fachmännisch festgestellt.
Rudy hatte geschmunzelt. "Da ist ja nicht mal Haut drauf. Wie willst du den denn tätowieren?"
Gipsy hatte mit den Schultern gezuckt. "Airbrush. Felgenlack."
Er erinnerte sich an sein Lachen und an ihr Wahnsinns-Lächeln.
Aber das war ein vergangenes Leben. Es schien tatsächlich so lange her zu sein, daß ihr Gesicht bereits begann, in seiner Erinnerung zu verblassen.
Sein kybernetischer Arm ballte die Faust und er schaute verstohlen zu dem Ganger herüber.
Jetzt.
16.10.2015 20:44
Ich mag die Auseinandersetzung mit dem kybernetischen Arm. Das ist sooooo Shadowrun.
19.10.2015 09:48
Ich bekomme ein wenig das Gefühl dass die Kybernetik böse ist! :D Dem kann Lexi natürlich nur zustimmen!
23.10.2015 11:35
Aber Kybernetik ist doch nicht böse. Die hilft voll. Außerdem hatte ich nicht den Eindruck, dass Lexi "Adam" nicht mochte.
23.10.2015 21:20
Dann hast du es wohl nicht gehört, als sie sagte sie möge ihn :D
30.10.2015 02:21
Vergiss Gipsy, Schätzchen, jetzt gehts erstmal zu Mama Tsung.
Name E-Mail
www
 
Nachricht
 
Bitte trag das Ergebnis nebenstehen ein:

4 minus 2

=