Damián
03.05.2015
Änn
Kommentare: 6
Er wusste, dass er sie hatte, in dem Moment, als sie unter seinem Blick errötete und sich verlegen eine Strähne hinter die Ohren strich. Er lächelte sein Haifischlächeln. „...dann sollten wir die Sache vielleicht einfach abkürzen und irgendwo hingehen, wo wir unter uns sind." Nicht schnell genug. Das kleine Mädchen stand so unvermittelt neben dem Tisch, als wäre sie aus dem Nichts erschienen. Ein wandelnder Vorwurf, der entrüstet die Arme in die Seite stemmte. „Du hast gesagt, dass du gleich nachkommst." Er seufzte tief und blickte von der Frau neben sich zu ihr. „Könntest du nicht einfach noch etwas warten..." In einer eleganten Bewegung drehte sich die Kleine zu seiner Eroberung und musterte sie abschätzig von oben bis unten. Dann lächelte sie süßlich. „Dann bist du wohl meine neue Mama?" Entsetzen stieg ins Gesicht der Frau. Noch ehe er etwas sagen konnte, flüchtete sie vom Ort des Geschehens. „Problem gelöst!“ Resigniert drehte er sich zu seiner Tochter um. „Du könntest nur ein einziges Mal auch an mich denken..." Ihr Mund verzog sich zu einer formvollendeten Schnute. „Du wolltest mir die Geschichte erzählen." Er rollte die Augen, hob sie in gespielt Verärgerung hoch und warf sie sich über die Schulter. „Das muss ich mir noch überlegen, du kleine Kröte. Außerdem, du kennst die Geschichte doch in und auswendig", sagte er während er sie hoch in ihr Zimmer über dem Schankraum trug. „Soll ich dir nicht lieber eine andere erzählen?" Oben befreite sie sich aus seinem Griff und schnaubte. Ihre großen blauen Augen starten ihn fassungslos an. „Auf keinen Fall. Ich will DIE Geschichte hören!" Belustigt wuschelte er ihr durch die Haare. „Na schön. Leg dich ins Bett, aber wehe du unterbrichst mich wieder. Also ... " Er tat so, als müsste er kurz überlegen, auch wenn er die Worte inzwischen natürlich auswendig kannte.
„Die Dunkelheit hatte sich gerade um die Burg Carnaby gelegt, als wir den geheimen Zugang in der Mauer erreichten..." Natürlich unterbrach sie ihn. In ihrem perfekt abgestimmten Ritual berichtigte sie jedes falsche Wort, dass er benutzte und protestierte, wenn er etwas vergaß. Das waren die Regeln ihres abendlichen Spiels. „Und dann hast du Mama versprochen, dass Du nicht stirbst." Wie immer war sie an den Stellen, wo es um ihre Mutter ging besonders aufmerksam. Er nickte. „Und wie du siehst, habe ich mich daran gehalten." Zufrieden leuchteten ihre Augen unter der korrekten Entgegnung. Mit bedächtiger Stimme setzte er die Erzählung fort. „...und so konnten die Caylawns schließlich besiegt werden. Noch im selben Monat wurde die Hochzeit von Lady Cara und Nolan gefeiert und sie als Herzöge von Weiden bestätigt." „Und in dieser Nacht...", begann sie ehrfurchtsvoll den letzten Satz zu flüstern. „Und in dieser Nacht habe ich deiner Mama gesagt, dass ich sie liebe." Die Kleine seufzte zufrieden auf und wie immer versetzte ihm diese Reaktion einen Stich. Es war nicht das glückliche Ende gewesen nach dem es klang. Sie musste es zumindest ahnen. Von da an war alles so unendlich schwierig geworden.
Tess' anschließende Verschlossenheit hatte er mit seiner Erklärung begründet. Er hatte keine Antwort erwartet und war selbst von sich überrascht gewesen, als die Worte aus ihm herausgesprudelt waren. Also beschloss er zu warten. Nur leider hatte er das eigentliche Problem verkannt. Sie hatte sich dazu entschlossen, sich allein darum zu kümmern ohne ihn ins Vertrauen zu ziehen. Als es fehlschlug, hatte sie ihm schließlich die Wahrheit anvertrauen müssen. „Ich will keine Kinder. Hab nie welche gewollt..." Er hatte sie fest in die Arme geschlossen. „Und dafür ist es jetzt zu spät, hm? Ich meine, wenn das so ist...Du weißt, was meine Mutter mit meiner Schwester getan hat. Wir kriegen das hin. Ich wünschte nur, du hättest früher etwas gesagt..." Sie blickte ihn prüfend an, auf der Hut. „Das ist nicht dein Problem. Du könntest auch einfach abhauen. Wie alle..." „Wie meinst du das? Wegen Jaxs? ...Oder wegen deinem Vater, deiner Familie, ist es das? " Fehler. In diesem Augenblick war der Zorn in ihren Augen explodiert. Wütend war sie aufgesprungen. "Du hast doch keine Ahnung, wovon du redest. Es würde mich nicht stören, wenn du einfach abhaust!" Er war geblieben. Ihre Tochter war viel zu früh zur Welt gekommen. Natürlich ein Mädchen! Ein kleines zerbrechliches Vögelchen, aber mit einem unheimlich starken Überlebenswillen. Er hatte sie vom ersten Augenblick an geliebt. Ein paar Monate später war Tess spurlos verschwunden.
„Meinst du, ob wir sie dieses Mal finden?", fragte die Kleine schon leicht schläfrig, als er geendet hatte. Er schleppte sie inzwischen schon so lange kreuz und quer durchs Land, dass sie sich auf dem Rücken eines Pferdes mehr zu Hause fühlte, als irgendwo sonst. Ein kleiner, übermütiger Wirbelwind, der der Welt laut ins Gesicht lachte und keinen Respekt vor niemanden hatte. Sie hatte so viel von ihrer Mutter. „Vielleicht...Hoffentlich." Belmonte hatte ihm vor kurzem von einer Frau in Havenna erzählt, die eine Crew von Piraten um sich sammelte und deren Beschreibung sehr nach ihr klang. Hatte sie ihre einstigen Pläne in die Tat umgesetzt? Es war die beste Spur, die sie seit langen hatten. Liebevoll strich er seiner Tochter eine Strähne dunklen Haares aus dem Gesicht. „Eines Tages werden wir das ganz sicher, mein Schatz. Und wenn das der Fall sein sollte, werde ich dich erst einmal ein paar Tage wegsperren, damit wir unsere Ruhe haben." Sie strecke ihm die Zunge raus. Er lachte und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. "Schlaf schön, Liz." Als er wieder die Treppe hinunter stieg, waren seine Gedanken immer noch bei Tess. Was er ihr sagen würde, wenn er sie gefunden hatte. Und viel wichtiger, was würde sie antworten? Er hatte ihr einmal gesagt, dass er nie einfach aus ihrem Leben verschwinden würde, aber reichte das? Vielleicht würde er es bald erfahren. Sein Blick fiel auf eine Frau an der Bar. Bis dahin musste er die eben gewonnene Zeit geschickt nutzen...
03.05.2015 16:20
Awww.....awwww......achdujemine....So ein kleines süßes Mädchen kann man doch nicht einfach verlassen. Böse böse Tess! Und er  wäre so ein perfekt unperfekter Vater. Ich will das haben! *g*
03.05.2015 16:22
Na soviel zu dem Motto "try a little harder" :)
03.05.2015 16:30
Hast du dir ja sehr zu Herzen genommen. Und dann heißt die kleine Süße auch noch Lissy....*schnüff* Ich werde dich beizeiten wissen lassen was sie antworten würde ;)
03.05.2015 16:33
Und das ist im übrigen das, was "Nähe" in meinem Kopf angestellt hat :)
03.05.2015 17:32
Hihi Damian als Papa!  Tess + Damian = Die Kleine ist bestimmt hübsch.
03.02.2016 12:32
https://www.youtube.com/watch?v=0Rf1eFaz2wU
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