Divine Cast
20.02.2012
Momper
Kommentare: 4
“Anata wa watashi, Kogawa-shi o kiku koto ga dekimasu ka?”
Die Stimme des Arztes ist betont langsam, als sie an mein Bewusstsein dringt. Natürlich bin ich ansprechbar. Aber wer zur Hölle ist Herr Kogawa? Und warum spricht der Mann nicht Koreanisch mit mir? Hier muss eine grauenvolle Verwechslung vorliegen. Er ist kein Arzt. Er ist etwas anderes. Wo fange ich an zu sortieren? Es gibt keinen Griff in meiner Flut. Mir…

… scheint mein Schädel nicht groß genug. Er ist zu klein. Es passt nicht alles hinein. Er wird platzen und mein Gehirn – dieses verbrannte, unnütze Drecksding – über die Straße verspritzen. Diese Straße ist nicht echt. Oh Gott! OH GOTT! Sie ist nicht echt. Ich bin…

… ein Opfer. Diese Wahrheit schneidet eiskalt in mein Bewusstsein wie ein chirurgisches Instrument. Ich bin das lebende Objekt einer Vivisektion und komme mittendrin zu Bewusstsein.

“An alle Einheiten: Amoklauf in Adams Growns. Ich wiederhole: Amoklauf in Adams Growns. Dieser Tatbestand ist nicht vorgesehen. Alle Einheiten sollen unverzüglich vorrücken.“

Ich spüre wieder, wie ich mich an das Nichtspüren erinnert habe. Meine Beine unter mir geben nach. Ich ziehe sie an mich und werde eine brennende Kugel. Das Feuer…

… frisst mich auf, als meine Wut zurückkehrt. Ich ramme schwere Dinge in die beklebten Scheiben. Der Zorn wird sonst aus mir rausplatzen. Dann finde ich nichts mehr und benutze das kreischende Sägeblatt hinter meiner Stirn. Statt meines Blutes sehe ich nur die entsetzen Gesichter der Kunden. WARUM SEHE ICH KEIN BLUT?

Efrem. Der Name knallt durch mein Gehirn und lässt mich hart aufschlagen. Ich würge und würge, aber es kommt nichts. Warum kommt denn nichts? Noch ein Schuss. Und noch einer. Und noch einer. Und noch einer. Und noch einer. Ohne Pause dreschen die Worte - all die grauenvollen Worte - auf mich ein. Mein Körper muss zerlöchert sein von all den Treffern. Amoklauf in Adams Growns. Nicht vorgesehen. Ich spüre meine Dienstwaffe im Holster unter meiner Uniformjacke. Jetzt rücke ich vor.

Ich will es nicht. Ich will es nicht. Belügt mich. Oh Gott! Warum tut Ihr mir jetzt die Wahrheit an?

Sie waren deswegen hier. Es macht Sinn. Ich bin nicht ich. Das hier ist alles ganz falsch, und ich… Großer Gott! Ich habe ihm das Genick gebrochen. Ein einzelnes Unglück. Ein einzelnes Unglück.

Ich wusste, dieser Tag würde kommen. Hinter all den Spiegeln schlummert eine Wahrheit, so dunkel, dass fraglich ist, ob wir diese Dunkelheit erleuchten, vertreiben oder überhaupt ertragen. Oder ob sie uns verschlingt und in den Abgrund reißt. Ich sage wir, weil ich immer schon ahnte, dass ich nicht die Einzige bin. Jetzt sind die Spiegel geborsten. Mögen die Götter uns beistehen.
21.02.2012 00:04
Das ist der schlimmste Tag seit gestern. Definitiv!
21.02.2012 11:37
Da kann ich Sonja nur zustimmen!
21.02.2012 14:06
Was haben wir  nur getan?
21.02.2012 14:19
Geweckt, was geschlafen hat. Zu jeder der Fragmente da gibt es eine Geschichte,
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