The Blues
22.05.2012
Änn
Kommentare: 2
Langsam wanderten ihre Augen von den sterilen Wänden  des Raumes über die kalte Neonbeleuchtung zu dem blank polierten Schreibtisch auf dem ihre Akte lag.
„Sie haben gesehen, wie sich die Katzen ihrer Nachbarschaft zu einer, offenbar rituellen, Versammlung zusammenfanden? Miss Norris, ich betone gerne erneut, dass ich nicht glaube, dass dies Katzentypisches Verhalten ist.“ Sie seufzte und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder ihrem Gegenüber zu.
„Das glaube ich auch nicht. Aber ich betone gerne noch einmal: es ist nicht dieses Verhalten an sich, das sie interessieren sollte. Sie verstehen einfach nicht was es bedeutet!“ Der Mann zog skeptisch die Augenbrauen hoch. „Sie reden doch nicht schon wieder von dieser Portalgeschichte… Miss Norris, ich dachte, wir hätten dies zum wiederholten Mal diskutiert und festgestellt, dass es sich dabei nur um ein Symtom ihrer  Erkrankung handeln kann.“ „Ich bin nicht verrückt! Ich habe es gesehen! Sie können sich einfach nicht vorstellen, was hinter  der Sache steckt. Sie müssen endlich verstehen, dass die Welt davon erfahren muss, sonst sind wir am Arsch. Also lassen sie endlich ihre lächerlichen Fragen und erstellen sie mir eine Bescheinigung, dass ich aus diesem scheiß Laden verschwinden kann!“
Ihr Gegenüber legte die Finger zusammen und schaute ihr traurig ins Gesicht. „Ich fürchte, das kann ich nicht. Ihr Zustand ist äußerst instabil, daran hat sich leider in den letzten Wochen nichts geändert. Und solange sie nicht erkennen, dass diese Geschichte nicht wirklich passiert ist und sie sie als Teil ihrer Krankheit akzeptieren, muss ich sie weiterhin beaufsichtigen. Zu ihrer eigenen Sicherheit.“
Einer der Pfleger betrat den Raum um sie zurück zu begleiten. „Ich rede nicht über irgendeine hirnverbrannte Scheiße! Ich habe die andere Seite gesehen, glauben sie mir endlich! Das ist verdammt ernst! Und übrigens können sie doch nicht wirklich glauben, dass man in so einer beschissen Umgebung gesund werden könnte.“ Der Pfleger hatte ihren Arm ergriffen und zog sie mit sanfter Gewalt. Sie verließen  den Raum und gingen den Gang entlang. Sie starte wütend an die Wände, an denen nicht mal irgendwelchen heuchlerischen schöne-Welt-Bilder hingen.
„Penelope, Penelope…warum verbreitest du immer noch diese lächerlichen Lügen?“ Sie waren inzwischen weit genug vom Behandlungszimmer entfernt. Kein Mensch war in der Nähe. Sie blickte den Aufseher  zum ersten Mal genauer an. Sie kannte ihn nicht. Er war groß, bullig und trug eine Brille auf  der Nase, die im Vergleich zu seinem Körper geradezu lächerlich winzig wirkte. „Wie lange bist du nun schon hier, mehrere Wochen, und wir haben immer noch keine Verbesserung an deinem Zustand feststellen können. Du solltest dir langsam  bewusst werden, dass wir ein Auge auf dich haben und dass du momentan leider ein äußerst unsicher Faktor für uns bist. Es ist absolut nicht in unserem Interesse, dass die Dinge, von denen du so freizügig erzählst, publik werden. Was ich dir klarmachen will ist, es ist ganz allein deine Entscheidung, wann du hier wieder rauskommst.“ „Wer zur Hölle bist du?“ „Ich repräsentiere eine Organisation, die kein Interesse daran hat, dass diese Informationen an die Öffentlichkeit kommen. Mehr musst du nicht wissen. Außer, dass wir entscheiden, ob du jemals diese Anstalt verlassen wirst. Auch wenn ich es persönlich sehr bedauern  würde, so ein hübsches Mädchen wie dich für immer hier verschlossen zu wissen. Doch solange du ein Gefahrenfaktor für unsere Ziele bist, wirst du hier versauern. Wie willst du also weitermachen? Entweder du hältst endlich deine verdammte Klappe, für immer, oder ich verspreche dir, dass wir das Ganze noch unangenehmer für dich machen können!“
Doktor Penelope Norris lächelte grimmig, als sie an diese Geschichte zurückdachte. Sie fuhr mit dem Auto durch die Dunkelheit und erinnerte sich voll Bitterkeit zurück an diese, viele Jahre zurückliegenden, Ereignisse. Sie hatte es ihnen gezeigt. War da rausgekommen und hatte genau das getan, was diese Scheißkerle befürchtet hatten. Sie hatte ein Buch über die ganzen Ereignisse geschrieben. Leider waren die Menschen dumm und die Sache war ein verdammter Reinfall.  Sie hatte gedacht, dass sie ein möglichst großes Publikum erreichen würde, den Menschen die Augen öffnen würde, doch statt dessen glaubte der überwiegende Teil der Leserschaft, es handele sich um eine nette Verschwörungsgeschichte. Von den Anderen wurde sie ausgelacht. Kurz darauf war ihe Veröffentlichung in dem Sumpf der Medien verschwunden.
Aus diesem Grund stellte der Anrufer, dieser Graham, so etwas wie eine Sensation dar. Es gab vielleicht eine Handvoll Menschen auf diesem gottverdammten Planeten, die um die Wahrheit wussten und ihr die Geschichte glaubten. Und die Bilder die dieser Typ ihr geschickt hatte, die Folgerung die er daraus geschlossen hatte, sprachen dafür, dass er zu eben jener kleinen Gruppe gehörte. Sie sah einen Hund an ihren Auto vorbei in die entgegengesetzte Richtung laufen, als sie Stadtauswärts fuhr, zu der Adresse, die ihm dieser Graham gegeben hatte. Wenn diese Bilder  tatsächlich echt waren, dann würde es bald gewaltige Probleme geben.



Meek hatte bisher nur eine Ahnung von dem, was es bedeutete, dass das Tor offen war. Die zahnlose Roska hatte ihm, als er noch ein Kätzchen war, einmal eine Geschichte erzählt, die er kaum glauben wollte. Und als er vor einiger Zeit mit Tesla unterwegs gewesen war und er ihm gezeigt hatte wie man jagte und woran man erkennt, dass die Beute einen krank macht, hatte er ihm erzählt, dass seine Zeit als Wächter bald kommt. Nun war  er tot.
Endlich erhob Siam wieder die Stimme „Brüder und Schwestern, ihr wisst was zu tun ist. Wir müssen den Rat verständigen“ Die zweifarbige Minka trat vor. „Diese Aufgabe werde ich übernehmen, Älterer. Wie du weißt, ich habe Brüder im Landungsbrückenstamm. Außerdem besitze ich Freunde unter den Hunden.“  Sie blickte ihn herausfordernd aus ihrem guten Auge an. Roska fauchte leicht. „Es ist nicht Zeit für eure persönlichen Streitigkeiten, Jüngere. Lauf, wir haben keine Zeit zu verlieren!“
Es war nur wenig später, als die versammelten Katzen zusammenzuckten. Ganz in ihrer Nähe war das Geräusch eines sterbenden Motors zu hören. „Bei Morgengrauen treffen wir uns wieder, am sicheren Ort! Puriya, Snatcher wir kümmern uns um die Körper der Verlorenen.“, sagte Siam. Die Mitglieder des Stamms stoben in alle Winde. Im Laufen wandte sich Fizzler an Meek „Ich denke, es ist an der Zeit dir einiges zu erklären, Jüngerer.“
23.05.2012 14:13
Aha. Aha. Aha.
Es wird also komplexer. *Hände reib*
07.11.2012 20:15
Ich bin begeistert...
Name E-Mail
www
 
Nachricht
 
Bitte trag das Ergebnis nebenstehen ein:

3 plus 3

=