Aleksandr Stepanowitsch Glebov
27.11.2012
Sigmundsson
Kommentare: 1
Zurück vom Angriff auf die Bischöfin bleibt mir jetzt ein bisschen Zeit, um einer wichtigen Überlegung nachzugehen und ein wenig zu verschnaufen. Die anderen sind zum Glück gerade beschäftigt :  Ash ist wieder glücklich mit ihrer Geige vereint (man hört es), Alice ist hinter einem dicken, alten Buch auf Tauchstation gegangen oder spielt mal wieder „Räuber und Gendarm“ mit Burger (wer von denen ist Räuber, wer der Bulle, frag ich mich?), Jam chillt unten im Wohnzimmer auf der Couch (und hat vermutlich die Kopfhörer auf) und Pierre plant schon wieder den nächsten Angriff. Was mich gerade beschäftigt ist folgendes: Dieser Scheiß-Krieg wird eines Tages ein Ende haben, und gesetzt den Fall wir erleben das Kriegsende noch, was dann? Die Camarilla; getreu dem Motto:“Die Tyrannei ist tot, es lebe die Tyrannei?“ Wenn ich den Angaben die Jam mir diesbezüglich machte, Glauben schenken kann, sind die wohl nicht sehr viel besser. Die anderen sind so sehr mit dem Kampf beschäftigt, dass sie gar nicht über eine Nachkriegsordnung nachdenken. Vielleicht sind sie nur professionell und versuchen sich auf das Gegenwärtige, wesentliche zu konzentrieren. Vielleicht interessiert es sie auch einfach nicht, weil sie hinterher wieder jeder für sich allein ihrer Wege gehen wollen. Oder vielleicht wissen sie auch einfach keine Antwort darauf. Doch das wäre fatal, das wäre so, wie ein Schiff zu steuern, ohne zu wissen, wohin die Reise geht. Ich denke kann diese Frage für mich beantworten: Wir werden die Macht über diese Stadt haben müssen. Denn nur wir können gewährleisten, dass die Errungenschaften der Rebellion erhalten bleiben. Paris als selbstverwaltete Stadt. Wenn wir siegen, muss unsere Herrschaft eine notwendige Folge sein, andernfalls droht ein Rückfall in ein vorrevolutionäres Stadium. Zudem habe ich mir geschworen, zukünftig über diese Stadt und ihre Bewohner zu wachen und vor Unheil zu beschützen, wo könnte ich das besser als an der Spitze des Staates? Außer mir war keiner von ihnen jemals in leitender Position, die anderen werden regieren lernen müssen. Rebellion ist ein stetiger Veränderungs- und auch Verbesserungsprozess. Das ist die eine Sache die auf uns zukommt, die andere ist, dass wir alle mal normale Jobs und ein normales Leben hatten. Ich für meinen Teil möchte mir ein bisschen dieser Normalität zurückholen, nicht zuletzt dafür mache ich diesen ganzen Scheiß hier. Ich brauche einen neuen Job. Vielleicht mache ich wieder in Waffen, Krieg ist schließlich ein profitables Geschäft, vielleicht kommt in ein paar Jahren eine Baufirma, ein Taxiunternehmen und eine Clubkette dazu.  Es gibt solche die machen nur weiße Geschäfte. Und dann gibt’s solche, die machen nur schwarze Geschäfte. Meine Lieblingsfarbe jedoch ist: Grau.  Jedenfalls ist es wichtig wieder schnell an Geld zu kommen, denn selbiges regiert bekanntlich die Welt. Sobald ich die Marke Glebov wieder zurück auf die internationalen Märkte geführt habe, werde ich eine repräsentable Behausung brauchen. Mein altes Palais steht bereit, es braucht nur eine Renovierung, da irgendein Sabbat-Trottel seine Bazooka auf die Fassade abgefeuert hat und seitdem ein tiefes Loch darin klafft. Im Hinblick auf meine Zukunft kann ich also sagen, dass sie in der Politik und in der Wirtschaft liegt. Eigentlich ein bisschen wie früher, nur dass ich jetzt einer von den guten Jungs bin. Ob die anderen auch schon eine Antwort auf diese Frage gefunden haben? Ich denke am ehesten hat Jam sich schon darüber Gedanken gemacht, er hat was von nem Philosophen.Er zermartert sich dauernd das Hirn mit solchen Fragen. Schon merkwürdig, auf was für Fragen man kommt, wenn man eine Ewigkeit vor sich hat…    
28.11.2012 09:41
Wow! Cooler Einblick.
Name E-Mail
www
 
Nachricht
 
Bitte trag das Ergebnis nebenstehen ein:

5 mal 5

=