Rowan Trevelyan
22.06.2014
Momper
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Das kleine Boot stieß draußen immer wieder an die hölzerne Anlegestelle, als es von kleinen Wellen erfasst wurde. Rowan nahm den Rythmus auf und ließ sich so die Geschwindigkeit vorgeben, mit der seine Lippen ihren Körper berührten. Sie gab sich größte Mühe, nicht allzu laut zu sein, doch als er schließlich mit dem Gesicht zwischen ihren Beinen verschwand, entfuhr ihr ein stoßweises Keuchen. Ihre Hände umklammerten seinen Kopf und krallten sich in sein Haar. Sie vergrub ihr Gesicht im Kissen, um ihre laute Atmung zu dämpfen. Schließlich wanderten seine Lippen wieder an ihrem Körper hinauf, und als er mit seinem Gesicht wieder über ihrem war, drang er in sie ein. Rowan nahm den Rythmus wieder auf. Schließlich wurde er schneller als das Boot ihm vorschrieb. Und dann verschwand jegliches Geräusch von außen, als er und Lynn miteinander verschmolzen.
Wie immer blieben sie danach noch eine Weile liegen. Hätte ihn jemand gefragt, wie sich Sünde anfühlte, dann hätte er auf die Flüssigkeit verwiesen, die auf seinen und Lynns Schenkeln klebte und darauf, dass er sie keineswegs widerlich fand. Es war ihr Geheimnis. Sie fanden nicht oft auf diese Weise zusammen, doch wenn, dann erkannte er Lynns Geschmack oft noch mehrere Tage später wieder. Er kam einfach immer wieder an und erinnerte ihn daran, was er getan hatte. Er konnte sich waschen und den Mund ausspülen, so oft er wollte, der Geschmack fand einen Weg, wieder zurückzukehren. Er liebte ihn. Er war das einzige, das ihm von Lynn blieb, wenn sie sich daraufhin wochen- oder monatelang nicht zu zweit treffen konnten.
Sie lag auf dem Rücken. Er lag auf dem Bauch und hatte den Kopf auf ihren Oberarm gelegt, während sie mit ihren Fingerspitzen durch sein Haar strich.
"Ich möchte neben dir einschlafen und morgen neben dir aufwachen und dich dann hundertmal lieben, bis du zerflossen bist.", sagte er leise und presste seine Nase sanft in ihre Brust.
Sie küsste seine Stirn. "Eines Tages werden wir so leben.", antwortete sie, "In einem kleinen Haus irgendwo weitab der Städte, wo uns niemand findet. Wo niemand unsere Namen kennt. Dort werden wir einfach Mann und Frau sein. Die Götter haben unsere Liebe gemacht. So etwas tun sie nicht umsonst. Wir werden zusammen finden."
"Die Götter lachen über uns. Ihnen ist egal, ob wir glücklich sind."
"So etwas darfst du nicht sagen."
Wie oft sie dieses Gespräch schon geführt hatten. Sie waren alle Möglichkeiten durchgegangen, wieder und wieder, und so sehr Rowan es auch verabscheute, es zuzugeben, er konnte keinen Ausweg finden, der zu einem guten Ende geführt hätte.
Irgendwann begannen beide, sich wieder anzuziehen.
"Hat auch niemand deine Abwesenheit bemerkt?", fragte Rowan.
"Ganz sicher nicht. Heute ist eine Gesandtschaft aus Windhag gekommen. Es geht um Handelszölle, Seerouten, solche Sachen. Windhag denkt, dass Albernia zuviel vom Handel abbekommt, obwohl Windhag viel mehr Küste hat. Abelard wird seine übliche Strategie anwenden und sie unter den Tisch trinken in, wie er es nennt, brüderlicher Stimmung. Die meisten unterschätzen ihn, wenn es um seine Trinkfestigkeit geht. Niemand kann sich vorstellen, dass ein so alter Mann noch etwas verträgt. Aber was das angeht, täuschen sich die meisten. Morgen werden sie mit Kopfschmerzen und schlechten Verträgen abreisen, zu deren Unterschrift er sie heute Nacht noch drängen wird. Heute werden sie jedenfalls behandelt wie Könige und alles dreht sich um sie. Meine Anwesenheit ist dabei nicht erforderlich. Und der ganze Hof blickt heute zum König. Niemand weiß, dass ich fort bin."
Rowan schmunzelte. "Wir Leute aus Albernia sind ein Schurkenvolk, sagen einige. Das liegt daran, dass wir Feenblut haben."
Lynn legte von hinten die Arme um seinen nackten Oberkörper und er konnte spüren, dass auch sie noch nackt war. "Das seid ihr wirklich! Ich hörte einmal eine Geschichte von einem Jungen, der in das Zimmer eines Mädchens einbrach, ihr Herz stahl und es seither nicht wieder hergab."
"Weil sie ihm das seine zuerst gestohlen hatte und er einen Ausgleich schaffen musste, um nicht zu zerspringen."
Lynn küsste ihn sanft auf den Mund.
"Ich liebe dich.", flüsterte er.

Das kleine Boot legte an dem kleinen Steg am Fuße des Berges an, auf dem die Burg stand. Lynn stieg aus.
"Ich werde für einige Wochen nicht in Havena sein.", sagte Rowan, als er das Boot mit dem Paddel vom Ufer abstieß.
"Eine weitere Brautschau?"
Rowan nickte. "Ich weiß noch nicht, wo. Doch Vater sagte, ich solle Milo und Wykka mitnehmen. Das bedeutet, dass es wohl eine weitere Strecke ist, wenn er sich so sehr um mein leibliches Wohl sorgt."
"Was wirst du tun?"
"Herausfinden, was die Braut und ihr Vater am wenigsten mögen und mich dann ebenso verhalten."
"Dem Schlag ausweichen.", fasste Lynn zusammen.
"Dem Schlag ausweichen.", bestätigte Rowan.
Er ließ sich von der Strömung mitnehmen und sah zu, wie Lynn in dem geheimen Eingang unterhalb der Burg verschwand, durch den sie in ihre Gemächer kommen würde, ohne allzuvielen Bediensteten zu begegnen.
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