In Time
08.01.2014
Änn
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Ein sanftes Leuchten ging vom Boden des Büros aus und erhellte damit indirekt den ganzen Raum. In der Mitte thronte ein antiker Schreibtisch. Ein Schachbrett stand darauf und die Partie war offensichtlich im Gange. Daneben befand sich eine mit goldenem Whiskey gefüllte Glaskaraffe. Mehre ausgedruckte Papiere waren über den Tisch verteilt und in einer Ecke stand eine wohl ausgesuchte Sammlung von Büchern. Und natürlich war dort der Porta, der ans Heimsystem angeschlossen war. Der Rest des Zimmers war eher modern eingerichtet. Besonders die überlebensgroßen Statue in der Ecke machte mächtig Eindruck. Eine Wand bestand komplett aus Glas und von hier aus hatte man einen atemberaubenden Blick auf das abendliche Los Angeles.
Doch Stanley Champell hatte anderes im Sinn als die Aussicht. Sein Aufmerksamkeit galt dem gewaltigen Bildschirm, der eine Seite des Zimmers fast komplett ausfüllte. Darauf waren elf leicht verwackelte Standbilder zu sehen, die aussahen, als hätte sie eine Überwachungskamera gemacht. Durch eine Handbewegung wählte er eins davon aus und zog es größer. Ein schwarzer  Mann. Er öffnete eine Datei. Man sah denselben Mann, der dieses Mal frontal in eine Kamera blickte, während ein Sicherheitssystem ihn durchleuchtete. Er öffnete eine weitere Datei. „Natanael Presscott – Vorstrafenregister“. Er verschaffte sich einen Überblick darüber und ging dann wieder zurück zu den anderen Aufnahmen. Über die asiatische Frau wusste er natürlich einiges aus erster Hand. Er war ihr selbst mehrmals begegnet. Er öffnete die Mitarbeiter Kartei von Clover Technologies und ließ sie durchsuchen. „May Lin Chen“ erschien unter dem Überwachungsbild. Zum Schluss wandte er sich dem männlichen Asiaten zu. Auch ihn kannte er, obwohl er sich immer sicher gewesen war, dass Henry nicht sein wirklicher Name war. Er ließ es auf einen Versuch ankommen. „Ich weiß, was ihr getan habt“, schrieb er und drückte auf senden.

Tyler stand vor dem Büro von Isabella. May Lin war bei ihm und sie warteten, bis José alles mit seiner Chefin durchgesprochen hatte. Pete würde bestimmt bald mit dem kleinen Mädchen eintreffen. Aber davor gab es noch ein paar Dinge über die Zukunft seiner Cousine zu bereden. Er blickte aus dem Fenster. Vielleicht sollte er einige Tage mit ihr wegfahren, ans Meer vielleicht. So wie sie sich für diese ganze Bootsnummer begeistert hatte, wäre das vermutlich eine gute Idee. Das würde ihr Zeit geben über ihre Optionen nachzudenken und eine Entscheidung zu treffen. Plötzlich piepte es. Er zog seinen Zweitporta aus der Tasche und rief die Nachrichten ab.

Als er die Antwort las, musste Champell grinsen. Er hatte noch einen weiteren Zug offen. Er tippte. „Nichts. Aber was wäre, wenn dein Motiv der Rache gar nicht gerechtfertigt wäre?“

Der schrille Ton des altmodischen Telefons erfüllte den Raum. Digitale Kommunikation war hier unter nicht möglich. Jeffrey Kazinsky erhob sich schwerfällig aus seinem Bett und humpelte zu dem Apparat an der Wand. „Wer zur Hölle stört?... Oh...Sir, hätte ich gewusst...“ Er schwieg einen Moment und lauschte. Dann legte er wortlos auf. Er griff nach seinem Gehstock an der Wand und machte sich auf den Weg. Die nackten Betonwände des Ganges, den er nun betrat, wirkten feucht. Kaltes Neonlicht erhellte ihn flackernd. Von Zeit zu Zeit führten Panzertüren mit aufgesprühten Nummern vom Gang ab, aber Kazinsky setzte hinkend seine Weg fort. Es musste etwa eine Viertelstunde vergangen sein, als der Tunnel eine Biegung machte und vor einer Stahltür endete. Er führte den Retina Scan durch und betrat den Raum dahinter. „Brandon, starte Tank 741. Befehl von ganz oben.“ Eifrig kam sein junger Assistent angerannt und gab eine Reihe von Befehlen auf dem komplizierten Armaturenbrett ein. Dann fuhr einer der personengroßen Behälter von der Wand auf sie zu und wurde langsam herunter gelassen. Eine digitale Temperaturanzeige an der Außenseite steig langsam und konstant an. „Ideal Temperatur erreicht“, verkündete eine Frauenstimme nach einer Weile. Jeff trat auf die Metallkiste zu und gab den Code ein. Zischend öffnete sich der Deckel und entließ Nebel in das Labor. Als er sich legte sah er die dunkelhaarige Frau, die im Container lag. Mit einem Mal öffnete sie ihr großen braunen Augen. „Willkommen zurück im Leben, meine Liebe.“
Nate (Gast)
09.01.2014 00:18
Öh... nö?
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